Auch ich koche nur mit Wasser

Bei Facebook habe ich folgendes Vorher/Nachher-Bild gepostet und wurde gefragt, wie ich bei der Bearbeitung vorgegangen bin. Also lasse ich mir mal zur Abwechslung in die Karten schauen. Wer jetzt hier großes Kino erwartet, wird allerdings enttäuscht sein. Andererseits ist es so simpel (von den Mitteln her), dass es gut nachvollziehbar ist.



Schauen wir also der ernüchternden Wahrheit ins Gesicht und in die Kameradaten. Mein Ursprungsbild wurde bei ISO 100, Blende 2.8, einer Verschlusszeit von 1/320 und mit automatischem Weißabgleich aufgenommen – natürlich im RAW-Format, d.h. ohne Anpassungen, roh und ungehobelt. Wie Ihr seht, reißt es einen nicht gerade vom Hocker.

Meinen Workflow starte ich jeweils immer zuerst in Lightroom, weil ich damit auch die Fotos verwalte, wo ich dann einfach in den Entwickeln-Modus wechsle. Im Laufe der Zeit haben sich einige Presets angesammelt, die ich mir aus dem Netzt gesaugt habe. Und genau die gehe ich dann teilweise durch, wenn ich ein neues Bild bearbeiten möchte. So auch hier geschehen. Hängen geblieben bin ich bei dem Preset Creative Catalyst 19, danach sah das Ganze erst einmal so aus:


Von der Farbe her natürlich schrecklich, aber der Kontrast hat mir gut gefallen, also habe ich damit weiter gearbeitet. Das Problem waren die Farben in den Tiefen, siehe roter Kasten. Dort habe ich ordentlich am Regler geschoben, bis ich bei einem hellen Beige war (Werte 30/39). Die Lichter habe ich auch minimal geändert.

So weit, so gut. Nun war das Korn aber innen noch immer grünlich, das musste also geändert werden.






Dafür ging's ganz runter zum Punkt Kamerakalibrierung. Dort brachte dann der Regler "Farbton" bei "Primärwerte Grün" das gewünschte Ergebnis, indem ich ihn ganz nach links schob. Dann noch etwas Sättigung aus dem Grün raus und ein klein wenig am Blau gedreht.



Dann habe ich den Tiefen von eben noch mal ein wenig Sättigung mehr verpasst (Werte 30/50). Und schließlich habe ich mir noch die Farben Orange und Gelb vorgenommen und ein wenig an Sättigung, Farbton und Luminanz gedreht, damit es wärmer und orangener wird. Zum Schluss noch etwas Rauschminderung und das Foto beschnitten, weil mir die Ecke links unten nicht gefallen hat und dann sah das vorläufige Ergebnis so aus:


Im Prinzip hätte man es nun so lassen können, da ich das Ganze aber eh noch mal in Photoshop öffne, habe ich noch eine Klitzekleinigkeit verändert. Und nun kommt wieder Zauberei zum Einsatz, nämlich der NIK-Filter Viveza. Damit kann man Teile des Bildes hervorheben und genau das habe ich mit der Ähre gemacht. Einfach etwas mehr Kontrast rein und fertig ist der Drops:




Was ich dann noch jedes Mal mache: nachschärfen. Und zwar mit dem Hoch Pass-Filter, Stärke 2,0 und die Ebene dann auf weiches Licht stellen.

Wie Ihr seht, ich bin mir nicht zu Schade für Presets oder Filter. Im Prinzip würde ich das auch ohne hinbekommen, aber es ist ein schneller und einfacher Weg, um mehrere Möglichkeiten durchzugehen. Oft vergleiche ich dann, was mir besser gefällt, nehme das als Ausgangslage und arbeite mich dann zu dem Ergebnis hin, das ich im Kopf habe. 

Für Photoshop habe ich auch einige Actions, die nutze ich aber nicht so gerne, weil es da keine Vorschau-Funtkion gibt. Das ist bei Lightroom wirklich praktisch. 

So, ich hoffe, das hat dem ein oder anderen geholfen, auch wenn der Workflow natürlich sehr bildbezogen war. 

Kommentare :

  1. Sieht sehr hübsch aus! Wobei ich auch das Bild mit der grün-blauen "Stimmung" sehr mag (:

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich mag die warmen Farben einfach lieber, sieht "appetitlicher" aus. ;)

      Löschen
  2. schöner blog und tolles tutorial :)
    ich selber arbeite auch mit lightroom und finde das wirklich super simpel.

    Lichtzirkus Photographie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Bearbeitung muss nicht kompliziert sein, das wollte ich damit zeigen. :)

      Löschen