Low Budget Food-Fotografie Teil 1

Ich hatte das Thema hier kurz angerissen und möchte heute nun genauer darauf eingehen.
Für meine Diplomarbeit (ein Food-Magazin für das iPad) habe ich mich entschlossen, alle Food-Fotos selbst zu machen. Schnell stellte sich mir also die Frage, wie man so etwas eigentlich am besten macht. Nach ein paar mehr oder weniger umständlichen Versuchen im Studio/zu Hause mit Blitzlicht, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, das Ganze ohne viel Aufwand und teures Equipment machen zu können. Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach Tipps gemacht, was gar nicht sooo einfach war – die Lösung hingegen schon.

Fündig wurde ich schließlich auf einer amerikanischen Seite, nämlich Taylor Takes a Taste. Er hat viele Tutorials zu dem Thema auf seiner Website und seine Fotos sprechen auch für sich. Also, die Bude nach einem Laken durchsucht, Styropor hatte ich schon und los ging es.

Im ersten Teil geht es um das richtige Licht und die Kamera/-einstellungen. Um Euch die einzelnen Schritte der "Lichtsetzung" zu verdeutlichen, habe ich Euch eine kleine Animation gebastelt:

Man braucht (Kamera und Objektiv voraus gesetzt):
- ein Stativ
- ein weißes Laken
- eine Platte Styropor
- evt. ein weitere Platte Styropor oder ein Blatt Papier
- ein Fenster, durch das kein hartes Sonnenlicht fällt
- einen Tisch/Ablage, worauf man die Szene aufbauen kann
 
Der Aufbau sieht dann wie folgt aus:
1. rechts ist mein Fenster, in das Tageslicht hinein fällt
2. vor dem Fenster hängt das weiße Laken, das das einfallende Licht absoftet
3. in der Mitte ist mein Tisch
4. links steht eine Platte Styropor, um die Schatten aufzufüllen
5. mit dem zusätzlichen Styropor/dem Blatt kann ich von vorne manuell aufhellen (nicht im Bild)


Und das passiert mit der Kamera:
- ab auf's Stativ damit und einen Bildausschnitt suchen
- den Weißabgleich auf etwas zwischen 5000 bis 5600 Kelvin einstellen
- mit der ISO ganz runter, damit es so wenig wie möglich rauscht
- Blende 5 beim Nikkor 1.8 D 50 mm (ich wollte knackig scharfes Essen, auch wenn mit einer offeneren Blende die Unschärfe im Hintergrund natürlich schöner ist)
- das Auswahlrad steht auf "A" für Blendenpriorität bzw. Zeitautomatik, sprich die Kamera sucht sich die passende Belichtungszeit selbst heraus
- die Kamera auf Selbstauslöser mit 2 oder 5 Sekunden stellen, damit man beim Auslösen nicht verwackelt (war bei meinem billigen Stativ absolut notwendig); so kann man außerdem auch noch schnell mit Styropor oder Blatt manuell vorne etwas aufhellen ;)

Das war es dann eigentlich auch schon. Das schwierigste ist nun eigentlich, die Szene ansprechend zu gestalten und die Kamera mit dem Stativ in die richtige Position zu bringen, damit man einen schönen Bildausschnitt und eine gute Perspektive hat.

Und so sehen die Ergebnisse (nach Lightroom und Photoshop) dann aus:

Penne mit Ricotta-Zitronenthymian-Pesto
Zitronenthymian-Kartoffeln



Ich hoffe, das animiert Euch jetzt zum Kochen und Ausprobieren. :D Wie Euch "Teil 1" im Titel schon verrät, plane ich noch weitere Teile. Lasst Euch überraschen.

Kommentare :

  1. Genial, das ist doch wirklich super geworden! Erstaunlich was man mit so wenig Mitteln erreichen kann. Bin gespannt auf die weiteren Motive. LG Sibylle

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  2. Wow genial! Erst durch deine Animation sieht man wirklich die Unterschiede, die so ein normales Styroporteil bewirken kann! Super - bitte mehr davon! :D

    Liebe Grüße
    Christina

    PS: Und ja, ich will jetzt was essen!! ^_^

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